Vor lang vergangenen Zeiten wusste man schon was kommen sollte

                                             Darum wir auch,

dieweil wir eine solche Wolke von Zeugen um uns haben,

lasset uns ablegen die Sünde,

so uns immer anklebt und träge macht,

und lasset uns laufen durch Geduld in dem Kampf,

der uns verordnet ist.
und aufsehen auf Jesum, den Anfänger und Vollender des Glaubens;

welcher,

da er wohl hätte mögen Freude haben,

erduldete das Kreuz und achtete der Schande nicht

und hat sich gesetzt zur Rechten auf den Stuhl Gottes.
Gedenket an den,

der ein solches Widersprechen von den Sündern

wider sich erduldet hat,

dass ihr nicht in eurem Mut matt werdet und ablasset.
Denn ihr habt noch nicht bis aufs Blut widerstanden

in den Kämpfen wider die Sünde
und habt bereits vergessen des Trostes,

der zu euch redet als zu Kindern:

"Mein Sohn, achte nicht gering die Züchtigung des HERRN

und verzage nicht,

wenn du von ihm gestraft wirst.
Denn welchen der HERR liebhat, den züchtigt er;

und stäupt einen jeglichen Sohn, den er aufnimmt."
So ihr die Züchtigung erduldet,

so erbietet sich euch Gott als Kindern; denn wo ist ein Sohn,

den der Vater nicht züchtigt?
Seid ihr aber ohne Züchtigung,

welcher sind alle teilhaftig geworden,

so seid ihr Bastarde und nicht Kinder.

Und so wir haben unsre leiblichen Väter zu Züchtigern gehabt

und sie gescheut,

sollten wir denn nicht viel mehr untertan sein dem Vater der Geister,

dass wir leben?
Denn jene haben uns gezüchtigt wenig Tage nach ihrem Dünken,

dieser aber zu Nutz,

auf dass wir seine Heiligung erlangen.
Alle Züchtigung aber, wenn sie da ist, dünkt uns nicht Freude,

sondern Traurigkeit zu sein;

aber darnach wird sie geben eine friedsame Frucht

der Gerechtigkeit denen,

die dadurch geübt sind.
Darum richtet wieder auf die lässigen Hände

und die müden Kniee und tut gewisse Tritte mit euren Füssen,

dass nicht jemand strauchle wie ein Lahmer,

sondern vielmehr gesund werde.
Jaget nach dem Frieden gegen jedermann und der Heiligung,

ohne welche wird niemand den HERRN sehen,
und sehet darauf, dass nicht jemand Gottes Gnade versäume;

dass nicht etwa eine bittere Wurzel aufwachse

und Unfrieden anrichte

und viele durch dieselbe verunreinigt werden;

dass nicht jemand sei ein Hurer oder ein Gottloser wie Esau,

der um einer Speise willen seine Erstgeburt verkaufte.
Wisset aber, das er hernach, da er den Segen ererben wollte,

verworfen ward; denn er fand keinen Raum zur Busse,

wiewohl er sie mit Tränen suchte.
Denn ihr seid nicht gekommen zu dem Berge,

den man anrühren konnte und der mit Feuer brannte,

noch zu dem Dunkel und Finsternis und Ungewitter

noch zu dem Hall der Posaune und zu der Stimme der Worte,

da sich weigerten, die sie hörten,

dass ihnen das Wort ja nicht gesagt würde;

denn sie mochten's nicht ertragen, was da gesagt ward:

"Und wenn ein Tier den Berg anrührt,

soll es gesteinigt oder mit einem Geschoss erschossen werden";

und also schrecklich war das Gesicht, dass Mose sprach:

Ich bin erschrocken und zittere.
Sondern ihr seid gekommen zu dem Berge Zion

und zu der Stadt des lebendigen Gottes,

dem himmlischen Jerusalem,

und zu einer Menge vieler tausend Engel

und zu der Gemeinde der Erstgeborenen,

die im Himmel angeschrieben sind,

und zu Gott, dem Richter über alle,

und zu den Geistern der vollendeten Gerechten
und zu dem Mittler des neuen Testaments,

Jesus, und zu dem Blut der Besprengung,

das da besser redet denn das Abels.

Sehet zu, dass ihr den nicht abweiset, der da redet.

Denn so jene nicht entflohen sind, die ihn abwiesen,

da er auf Erden redete, viel weniger wir,

so wir den abweisen, der vom Himmel redet;
dessen Stimme zu der Zeit die Erde bewegte,

nun aber verheisst er und spricht:

"Noch einmal will ich bewegen nicht allein die Erde

sondern auch den Himmel."

Aber solches "Noch einmal" zeigt an,

dass das Bewegliche soll verwandelt werden, als das gemacht ist,

auf dass da bleibe das Unbewegliche. Darum,

dieweil wir empfangen ein unbeweglich Reich,

haben wir Gnade, durch welche wir sollen Gott dienen,

ihm zu gefallen, mit Zucht und Furcht;
denn unser Gott ist ein verzehrend Feuer.


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